Sanfte Helferlein für Kinder in der kalten Jahreszeit

Sanfte Helferlein für Kinder in der kalten Jahreszeit

Wenn das Kind von einer dicken Erkältung geplagt wird, geraden viele Eltern in Versuchung, so richtig heftig mit „Erkältungsölen“ dagegen anzugehen, um dem Kind zu helfen, die Krankheit schneller zu überwinden. Doch es gibt eine wichtige Regel bei der Anwendung ätherischer Öle bei Kindern: „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!“

Daher kann die Tropfenzahl nicht einfach halbiert werden, sondern müssen dem Alter und auch der körperlichen Entwicklung des Kindes (Gewicht) angepasst werden.

Je jünger – desto weniger ätherisches Öl!

In der Erkältungszeit wird jedoch oft fahrlässig mit ätherischen Ölen oder aber auch fertigen Produkten aus der Apotheke, welche ätherische Öle enthalten, umgegangen. Nicht selten werden sie sogar von Ärzten empfohlen. Dies führt dann wieder dazu, dass es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt. Dann kann es vorkommen, dass ätherische Öle von anderen Ärzten richtiggehend „verteufelt“ werden.

Bei Winzlingen unter 12 Monaten  empfehlen wir den Eltern, fertige Produkte, die speziell für Säuglinge entwickelt worden sind, zu besorgen. Gute Produkte gibt es zum Beispiel bei der Bahnhof-Apotheke in Kempten oder bei Evelyn Deutsch (Österreich).

Sind die Kinder etwas größer, also ab etwa 1 Jahr, können etliche ätherische Öle starke Helfer in der eigenen Hausapotheke sein.

✓    Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
✓    Zeder (Cedrus atlantica)
✓    Benzoe (Styrax tonkinensis)
✓    Bergamottminze (Mentha x citrata L.)
✓    Thymian linalool (Thymus vulgaris L. ct. Linalool)

Mit einem vielseitigen schnell gemachten Schüttelbalsam kann wertvolle Unterstützung beim Gesundwerden erreicht werden:

Schnelles Schüttelbalsam für Brusteinreibung bei Husten und Schnupfnase

35 g Bio-Sheabutter in einem leeren gut verschließbaren Behälter (im Wasserbad bei max. 37°C schmelzen) mit
15 ml Bio-Johanniskrautöl (oder anderes Pflanzenöl)
2 Tropfen Lavendel fein
2 Tropfen Benzoe
1 Tropfen Zeder
1 Tropfen Mandarine rot

mischen und verschließen – Mischung ein paar Minuten kräftig schütteln und dann abkühlen lassen.

 

Füßleinöl –  „Immunstark“
50 ml Bio-Johanniskrautöl
2 Tropfen Angelikawurzelöl
2 Tropfen Ho-Blätter
2 Tropfen Benzoe Siam
2 Tropfen Mandarine rot
mischen und jeden Abend auf die Fußsohlen sanft einmassieren.

Wenn das Bäuchlein zwickt

Wenn das Bäuchlein zwickt

Magen-Darm-Verstimmungen können ganze Familien betreffen und dazu führen, dass das stille Örtchen ständig in Benutzung ist. Empfehlenswert ist eine Raumluft-Desinfektion mit Zitronenöl (Citrus limonum) und somit die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Bei Blähungen kann eine leichte Bauchmassage im Uhrzeigersinn den Bauch entspannen und so für Entkrampfung sorgen

Baucheinreibung „Luft raus“

1 EL Oliven- oder Schwarzkümmelöl

3 Tropfen Fenchel

1 Tropfen Majoran

2 Tropfen Orange

für Kinder ab 1 Jahr

1 EL Olivenöl- oder Schwarzkümmelöl

1 Tropfen Fenchel

1 Tropfen Majoran

1 Tropfen Lavendel fein oder Mandarine rot

Zusätzlich unterstützt ein warmes Kirschkernkissen nach der Einreibung.

Folgendes  Raumspray kann die Virenlast verringern helfen:

25 ml Wodka

25 ml Thymianhydrolat

30 Tropfen Zitrone

10 Tropfen Ravintsara

10 Tropfen Thymian ct Thymol

Alles gut in einer Sprühflasche mischen, vor jedem Gebraucht sehr gut schütteln!

Bei Magen-Darm-Infekten kann eine Mischung aus Pfefferminze und Kamille als Teezubereitung für Entkrampfung und Beruhigung des Magen-Darm-Traktes sorgen. Zusätzlich gebe ich pro Tasse Tee 10 Tropfen Thymianhydrolat (bei Kindern 5 Tropfen) dazu. Das Thymianhydrolat wirkt antibakteriell und antiviral.

Sollte Übelkeit dazu kommen, kann ein Riechzucker gute Unterstützung leisten:

1 Döschen Zucker

1 Tropfen Zitrone

1 Tropfen Limette

den Zucker nehme ich anstatt Salz, damit auch ein evtl. verschlucken keinen Schaden anrichten kann.

Wenn das Kind Fieber hat

Wenn das Kind Fieber hat

Fieber ist eine völlig normale Reaktion des menschlichen Körpers, um Krankheitskeime „zu verbrennen“, um ihnen also durch eine „ungemütliche“ Umgebung das Leben schwer zu machen. Ehöhte Temperatur und Fieber sollte nicht medikamentös unterdrück werden (es sei denn, das Kind neigt zu Krämpfen bzw die Temperatur steigt in gefährliche Höhen). Sie können ihr Kind mit nicht kalten Kompressen mit Rosen-, Lavendel- oder Orangenblütenhydrolat auf Stirn und Puls unterstützen und beruhigen. Die Hydrolate werden zimmerwarm angewendet.

Eine Mischung aus 25 ml Rosen- und 25 ml Lavendelhydrolat als Raum- oder Kuscheltuchspray wirkt zudem beruhigend und schlaffördernd.

Ab etwas drei Jahren können folgende Öle dazu kommen:

✓    Cajeput (Melaleuca cajeputi L.)
✓    Majoran (Origanum majorana L.)
✓    Manuka (Leptospermum scoparium)
✓    Fichtennadel sibirisch (Abies sibirica L.)
✓    Linaloeholz (Bursera delpechiana)

Wenn das Kind „alles mitnimmt“

Wenn das Kind „alles mitnimmt“

Spätestens in der Kindergartenzeit wird das Immunsystem Ihres Kindes stark gefordert und trainiert. Jedoch sind nun einige Kinder ständig erkältet und besorgte Eltern bekommen das Gefühl, dass ihr Kind besonders anfällig ist. In diesem Fall  kann es hilfreich sein, mit einem abendlichen Fußeinreibe-Ritual dem Immunsystem ein wenig „unter die Arme zu greifen“.

Fußöl „Stark wie ein Bär“

50 ml Johanniskrautöl
2 Tropfen Angelikawurzelöl (Angelica archangelica)
2 Tropfen Lavendel fein
2 Tropfen Zeder
2 Tropfen Linaloeholz

Ab dem Schulalter etwa folgen die Öle:

✓    Ravintsara (Cinnamomum camphora ct. 1,8-Cineol)
✓    Eukalyptus radiata (Eucalyptus radiata)
✓    Thymian mastichina (Thymus mastichina)

Schnelles Schüttelbalsam für Kinder ab 6 Jahren

Herstellung wie oben beschrieben

35 g Sheabutter
15 ml Johanniskrautöl
3 Tropfen Ravintsara
3 Tropfen Benzoe siam
3 Tropfen Lavendel fein
1 Tropfen Thymian ct Linalool

 

Schnelles Nasenbalsam für verstopfte Schnupfnasen

1 EL (etwa 10g) Kokosöl (zur Not geht sogar Butter)
schmelzen und mit

1 Tropfen Majoran
1 Tropfen Ravintsara
1 Tropfen Lavendel fein

mischen und damit die Nasennebenhöhlen und den Naseneingang sanft einreiben.

Wissenschaftliche Studien

Wissenschaftliche Studien

Anders als bei Tier- und Mikroben-Studien finden wir kaum wissenschaftliche Arbeiten an und mit Kindern – insbesondere wenn sie mit  ätherischen Ölen durchgeführt wurden. In westlichen Ländern lassen die Ethik-Kommissionen diese wenn überhaupt dann nur gelegentlich zu.

Die Erkenntnisse, die an Erwachsenen in der pharmazeutischen Forschung gewonnen wurden, werden dann meistens auf das Gewicht der Kinde rrunter gerechnet. Wenn also beispielsweise 250 mg einer Substanz bei einem Erwachsenen (70 Kilo) zur erwünschten Wirkung führen, wird die Dosis, so dividiert, dass entsprechende Altersklassen für Kinder ermittelt werden können. Kritiker halten diese Praxis für fragwürdig. Als ergänzende Dosierungshilfe wurde in den vergangenen Jahren zusätzlich die kleinere Körperoberfläche als Faktor hinzu gezogen.

Gelegentlich bekommen wir als als Laie mit, dass pharmazeutische Experimente an freiwilligen erwachsenen Probanden nicht wirklich erfolgreich verlaufen sind. Risiken können auch durch jahrelange Voruntersuchungen im Reagenzglas  und auch an Tieren nie wirklich ausgeschlossen werden. Somit ist gut nachvollziehbar, dass man mit Kindern kein Risiko eingehen kann und darf.

Doch in außereuropäischen Ländern kann die Situation ganz anders aussehen, Somit herrschen auch andere ethische Gesichtspunkte und dementsprechende Zulassungsverfahren. Darum können wir  wir in zwei nicht-europäischen Studien nachlesen, in denen ätherische Öle – als Teil der traditionellen Medizin (Lavendel) oder bekannt als Lebensmittel (Orangenschale) – Kindern gut unterstützen konnten.

Eliane Zimmermann Schule für AromatherapieIn einer randomisierten, prospektiven und kontrollierten Studie aus dem Iran wurden 48 Kinder nach einer Entfernung der Gaumenmandeln nur mit Paracetamol (Acetaminophen)  behandelt oder sie führten zusätzlich Inhalationen mit Lavendelöl durch. Die Kinder waren 6 bis 12 Jahre alt und wurden für diese Arbeit in zwei gleich große Gruppen eingeteilt. Bei den „Lavendelkindern“ zeigte sich eine deutliche Verringerung  der Einnahme des Schmerzmittels während der drei Tage nach dem Eingriff. Lavendelöl zeigte jedoch keinen Effekt bezüglich der Schmerzintensität und bei der Anzahl des nächtlichen Wach-Werdens. [Soltani R, Soheilipour S, Hajhashemi V, Asghari G, Bagheri M, Molavi M. Evaluation of the effect of aromatherapy with lavender essential oil on post-tonsillectomy pain in pediatric patients: A randomized controlled trial. Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2013 Aug 8. pii: S0165-5876(13)00347-9]

In einer anderen aktuellen iranischen wissenschaftlichen Arbeit wurden Speichelkortisol und Herzschlagrate von 30 Kindern, welche zahnärztliche Behandlungen über sich ergehen lassen mussten, untersucht. Es waren 10 Jungs und 20 Mädchen an dem Experiment beteiligt, sie waren alle zwischen 6 und 9 Jahren alt, und kamen zur Vorsorgeuntersuchung  und zur Versiegelung der Zähne. Eine Sitzung erfolgte unter dem Einfluss von Orangenschalenduft (aus einem Vernebler), die andere ohne. Die statistische Auswertung der Kortisolwerte und der Pulsraten deuteten auf einen angstmindernden Effekt von Orangenöl. Die Studie kann hier  nachgelesen werden.

In einer älteren us-amerikanischen Studie an 42 Kindern wurden einzunehmende dünndarmlöslichen Kapeln, welche mit ätherischem Pfefferminzöl gefüllt waren, bei schmerzhaften Reizdarmsymptomen (IBS) untersucht. Nach zwei Behandlungs-Wochen war die Intensität der Schmerzen von 75% der kleinen Patienten reduziert [Kline RM, Kline JJ, Di Palma J, Barbero GJ. Enteric-coated, pH-dependent peppermint oil capsules for the treatment of irritable bowel syndrome in children. J Pediatr. 2001 Jan;138(1):125-8].

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Ohrenschmerzen sind nie lustig

Ohrenschmerzen sind nie lustig

Ohrenschmerzen gehören für viele Kinder dazu. Es handelt sich um hässliche, extrem stechende Schmerzen, die in vielen Fällen schulmedizinisch behandelt werden müssen. Als Erste Hilfe eignet sich diese bewährte Mischung:

10 ml Johanniskrautöl
3 Tropfen Cajeput
3 Tropfen Lavendel fein

(für Kinder ab circa 7 Jahren kann 1 Tropfen Lorbeeröl dazu gegeben werden)

Diese Mischung kann entweder vorsichtig hinter dem Ohr entlang aufgetragen werden oder man gibt davon 1 Tropfen auf etwas Watte und legt diese vorsichtig vorne am Gehörgang ins Ohr.

Ein Zwiebelwickel kann diese Mischung stark unterstützen.

! Merke ! Ätherische Öle werden nie direkt ins Ohr geträufelt

Auch Kinder bekommen Kopfschmerzen

Auch Kinder bekommen Kopfschmerzen

Falls Ihr Kind öfters zu Kopfschmerzen neigt, kann ihm ein Roll-on helfen und, wenn die Anwendung rechtzeitig erfolgt, sogar helfen, nicht unnötig Schmerzmittel einnehmen zu müssen.

Roll on bei Kopfschmerzen
10 ml Jojobaöl
2 Tropfen Bergamotteminze
2 Tropfen Mandarine rot
1 Tropfen Lavendel fein

Alles gut mischen und bei ersten Anzeichen auf Schläfen, Stirn und eventuell Nacken einreiben, zunächst drei- bis fünf Mal alle 5 Minuten wiederholen, dann nach Bedarf.